{"id":10179,"date":"2022-06-28T08:00:21","date_gmt":"2022-06-28T06:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/barth-datenschutz.de\/?p=10179"},"modified":"2024-10-21T12:09:42","modified_gmt":"2024-10-21T10:09:42","slug":"datenschutzmanagementsystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barth-datenschutz.de\/blog\/datenschutzmanagementsystem\/","title":{"rendered":"Was ist ein Datenschutzmanagementsystem und wof\u00fcr brauchen Sie es?"},"content":{"rendered":"<p>Ein Datenschutzmanagementsystem ist keine abgeschlossene Software \u2013 sondern vielmehr ein unternehmens\u00fcbergreifender Prozess, um den rechtssicheren Datenschutz zu gew\u00e4hrleisten. Lesen Sie in diesem Beitrag, was dahinter steckt und wie Sie das DSM in der Praxis umsetzen.<\/p>\n<h2>Definition zum Einstieg: Was ist ein Datenschutzmanagementsystem?<\/h2>\n<p>Einfach erkl\u00e4rt, ist ein Datenschutzmanagementsystem (DSM) eine kontinuierliche Ma\u00dfnahme, um den Datenschutz zu gew\u00e4hrleisten. Auch wenn es auf den ersten Blick danach klingt, ist das DSM aber nicht nur eine simple Software, in der alle Daten hinterlegt werden.<\/p>\n<p>Stattdessen setzt sich das Datenschutzmanagementsystem aus f\u00fcnf verschiedenen Aspekten zusammen, die das gesamte Unternehmen betreffen. Von der Chefetage bis zum einzelnen Mitarbeiter:<\/p>\n<ul>\n<li>allgemeines Bewusstsein f\u00fcr Datenschutz bzw. eine Datenschutz-Kultur<\/li>\n<li>Kontrollsystem, um ein sauberes <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/verarbeitungsverzeichnis-dsgvo-fragen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verarbeitungsverzeichnis<\/a> zu f\u00fchren<\/li>\n<li>gr\u00fcndliches Risikomanagement inkl. Datenschutz-Folgenabsch\u00e4tzung<\/li>\n<li>Organisation des Datenschutzes<\/li>\n<li>Zielsetzung des Datenschutzes<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der aus meiner Sicht wichtigste Aspekt, also die Basis des Datenschutzmanagementsystems, ist die Datenschutz-Kultur. Die Umsetzung des Datenschutzes liegt in erster Linie in Ihren H\u00e4nden, sofern Sie der Datenschutzverantwortliche Ihres Unternehmens sind. In zweiter Linie liegt sie in den H\u00e4nden der Mitarbeiter, die tagt\u00e4glich mit personenbezogenen Daten zu tun haben. Ist denen nicht bewusst, wie wichtig Datenschutz ist und was das bedeutet, bleibt DSGVO\/BDSG-konformer Datenschutz nur reine Theorie.<\/p>\n<p>Leider ist es in vielen Unternehmen der Fall, dass der Datenschutzbeauftragte mit Fachlatein um sich wirft und Ma\u00dfnahmen vorgibt, denen jeglicher Realit\u00e4tsbezug fehlt. Wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen und sind die Ma\u00dfnahmen unverst\u00e4ndlich, kann Datenschutz nur schwer umgesetzt werden. Solides Datenschutzmanagement ist damit zum Scheitern verurteilt. Zu einem funktionierenden Datenschutzmanagementsystem geh\u00f6rt deshalb noch ein sechstes Puzzleteil: Ein <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/datenschutzbeauftragter-kosten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzbeauftragter<\/a>, der Datenschutz mit Verstand angeht. Einer, <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/fallbeispiel-datenschutz-beratung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der klar sagen kann<\/a>, was wirklich wichtig ist \u2013 und warum. Nur so gelingt das Datenschutzmanagement von Grund auf.<\/p>\n<h2>Anders gefragt \u2013 Warum brauchen Sie ein Datenschutzmanagementsystem?<\/h2>\n<p>Halten wir also fest: Grunds\u00e4tzlich brauchen Sie ein Datenschutzmanagementsystem, um den Datenschutz sauber zu gew\u00e4hrleisten. Um das genaue \u201eWarum\u201c dahinter zu verstehen, m\u00fcssen wir einen Blick in die DSGVO werfen. <a href=\"https:\/\/dsgvo-gesetz.de\/art-5-dsgvo\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Art. 5 DSGVO<\/a> schreibt vor:<\/p>\n<p>\u201eDer Verantwortliche ist f\u00fcr die Einhaltung [der Grunds\u00e4tze zur Datenverarbeitung] verantwortlich und muss [deren] Einhaltung nachweisen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Im Klartext hei\u00dft das: Es reicht nicht nur, dass der <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/facebook-datenschutz\/\">Datenschutz<\/a> umgesetzt wird. Sie m\u00fcssen auch nachweisen k\u00f6nnen, dass sie ihn einhalten. Und zwar immer dann, wenn die Aufsichtsbeh\u00f6rde vor der T\u00fcr steht \u2013 zum Beispiel nach einer Datenschutzpanne, weil etwa eine Mail mit sensiblen Daten falsch versendet wurde.<\/p>\n<p>Mit einem strukturierten Datenschutzmanagementsystem f\u00e4llt es Ihnen,<\/p>\n<p><strong>a)<\/strong> leichter, die geforderten Angaben zu Ihrem Notfallplan und Ihren Ma\u00dfnahmen schnell vorzulegen und<br \/>\n<strong>b)<\/strong> d\u00fcrften Sie mit einem geringeren Strafma\u00df rechnen, da Sie einen soliden Datenschutz nachweisen konnten<\/p>\n<p>Ein System zum Datenschutzmanagement braucht damit jedes Unternehmen, das Daten verarbeitet.<\/p>\n<h2>Von der Theorie in die Praxis: So setzen Sie das DSM im Alltag um<\/h2>\n<p>Das Datenschutzmanagementsystem basiert idealerweise auf dem PDCA-Kreislauf: plan \u2013 do \u2013 check \u2013 act. Auch wenn es keine gesetzlichen Vorgaben f\u00fcr ein DMS gibt, erf\u00fcllt es so zumindest die Anforderungen von ISO 9001 bzw. ISO 27001.<\/p>\n<h3>Plan \u2013 Planungsphase<\/h3>\n<p>Als allererstes m\u00fcssen Grundlagen geschaffen werden, um den Datenschutz in den Gesch\u00e4ftsalltag zu integrieren. Die Umsetzung des Datenschutzmanagementsystems startet deshalb mit Fragen nach dem Ist- und Soll-Zustand Ihres Datenschutzes.<\/p>\n<ul>\n<li>Wie steht es aktuell um den Datenschutz in Ihrem Unternehmen?<\/li>\n<li>Werden alle aktuell g\u00fcltigen Vorgaben eingehalten?<\/li>\n<li>Welche Daten werden denn \u00fcberhaupt verarbeitet?<\/li>\n<li>Was muss in jedem Fall erreicht sein, um DSGVO\/BDSG-konform zu arbeiten?<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Do \u2013 Umsetzungsphase<\/h3>\n<p>Aus diesen \u00dcberlegungen leiten Sie dann im zweiten Schritt Vorgaben und Richtlinien ab. Dazu z\u00e4hlen etwa Fragen wie:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Auskunftsrechte haben Betroffene?<\/li>\n<li>Was ist im Falle einer <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/datenschutzpanne-im-unternehmen\/\">Datenschutzpanne<\/a> zu tun?<\/li>\n<li>Welche Vorgaben gibt es zu <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/5-tipps-fuer-ein-sicheres-passwort\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sicheren Passw\u00f6rtern<\/a>?<\/li>\n<li>Wie ist die Nutzung privater Ger\u00e4te geregelt?<\/li>\n<li>Welche Vorgaben sind im <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/datenschutz-homeoffice\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homeoffice<\/a> zu beachten?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Setzen Sie sich dazu mit Ihrem <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/datenschutzbeauftragter-voraussetzungen\/\">Datenschutzbeauftragten<\/a> zusammen. Achten Sie aber darauf, dass dessen Vorschl\u00e4ge auch praktisch umsetzbar sind \u2013 und hinterfragen Sie ruhig mal! Was ist wirklich sinnvoll? Was verschwendet nur Ressourcen? Eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Datenschutzbeauftragten ist die F\u00e4higkeit, Zusammenh\u00e4nge und Notwendigkeiten transparent zu erl\u00e4utern. Und da das Datenschutzmanagementsystem von zentraler Bedeutung ist, haben Transparenz und Verst\u00e4ndlichkeit hier oberste Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Werden Sie bei einer Ma\u00dfnahme stutzig, stehen die Chancen gut, dass auch Ihre Mitarbeiter dar\u00fcber stolpern werden. Je umst\u00e4ndlicher bzw. praxisferner Ma\u00dfnahmen sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Mitarbeiter sie nur halbherzig oder gar nicht umsetzen.<\/p>\n<p>Ist alles geregelt, sollten die Vorgaben in allen Unternehmensbereichen standardisiert werden. Achten Sie au\u00dferdem darauf, dass jeder die Vorgaben zu jeder Zeit einsehen kann \u2013 halten Sie sie also schriftlich fest.<\/p>\n<h3>Check \u2013 Evaluationsphase<\/h3>\n<p>Nun hei\u00dft es: Laufen lassen und regelm\u00e4\u00dfig pr\u00fcfen. Halten Ihre Mitarbeiter alle Vorgaben ein? M\u00fcssen einige Vorgaben vielleicht angepasst bzw. erweitert werden?<\/p>\n<p>Hier bietet sich auch das direkte Gespr\u00e4ch mit Ihren Angestellten an. Wie f\u00fchlt sich die Datenschutz-Umsetzung im Alltag f\u00fcr sie an? M\u00fcssen Sie eventuell geschult werden, weil sie \u00fcberfordert sind?<\/p>\n<h3>Act \u2013 Korrekturphase<\/h3>\n<p>Diese Phase des Datenschutzmanagementsystems dient dazu, die gewonnenen Erkenntnisse aus der Evaluationsphase in Taten umzusetzen. Vorgaben anpassen, Mitarbeiter unterst\u00fctzen: Was auch immer Ihnen bei der Auswertung aufgefallen ist, sollte jetzt angepackt werden. Anschlie\u00dfend geht die Korrekturphase wieder in die Planung \u00fcber. Was hat sich zwischenzeitlich ge\u00e4ndert \u2013 zum Beispiel, weil sich Gesetze ge\u00e4ndert haben?<\/p>\n<h2>Fazit: Datenschutzmanagement ist unverzichtbar!<\/h2>\n<p>Jedes Unternehmen ist zum <a href=\"https:\/\/barth-datenschutz.de\/datenschutzbeauftragter-unternehmen-pflicht\/\">Datenschutz verpflichtet<\/a>. Doch je gr\u00f6\u00dfer das Unternehmen ist, je mehr Daten verwaltet werden, desto schwieriger wird diese Aufgabe. Mit einem umfassenden <strong>Datenschutzmanagementsystem<\/strong> schaffen Sie die n\u00f6tige Grundlage f\u00fcr strukturierten, nachweisbaren Datenschutz. Und das verschafft Ihnen nicht nur einen besseren \u00dcberblick \u2013 sondern beugt auch teuren Bu\u00dfgeldern vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Datenschutzmanagementsystem ist keine abgeschlossene Software \u2013 sondern vielmehr ein unternehmens\u00fcbergreifender Prozess, um den rechtssicheren Datenschutz zu gew\u00e4hrleisten. 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