{"id":4119,"date":"2021-02-01T09:00:48","date_gmt":"2021-02-01T08:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/barth-datenschutz.de\/?p=4119"},"modified":"2023-03-06T16:14:35","modified_gmt":"2023-03-06T15:14:35","slug":"datenschutzbestimmungen-im-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barth-datenschutz.de\/blog\/datenschutzbestimmungen-im-alltag\/","title":{"rendered":"Datenschutzbestimmungen im Alltag \u2013 wie sicher sind Apple Pay, PayPal und Co.?"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn Bargeld in Deutschland noch immer \u00e4u\u00dferst beliebt ist und Deutschland sogar f\u00fcr seine Bargeld-Affinit\u00e4t europaweit bekannt ist, sind <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/geldpolitik\/zahlungsverhalten-in-deutschland-und-dem-euro-raum-zahlen-immer-weniger-menschen-in-bar-\/26180054.html?ticket=ST-22775405-qUo9FaLtLfa2fzDUtIcH-ap6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mittlerweile andere Zahlungsmethoden im Kommen<\/a>. Neben der Kartenzahlung gewinnt vor allem eine M\u00f6glichkeit an Beliebtheit: Digital Payment. Besonders im Internet erleichtern Zahlungsdienstleister wie Apple Pay, PayPal und Google Payments das Einkaufen. Teilweise l\u00e4sst sich sogar \u00fcber Smartphone oder Smartwatch direkt vor Ort bezahlen. Doch wie sieht es dabei eigentlich mit dem Datenschutz aus?<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hat eine <a href=\"https:\/\/www.verbraucherzentrale.de\/wissen\/digitale-welt\/mobilfunk-und-festnetz\/sicherheitsbedenken-und-datenschutz-halten-viele-vom-mobilen-bezahlen-ab-33176\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umfrage der Verbraucherzentrale<\/a> gezeigt, dass 59 % der Nicht-Nutzer mobiles Bezahlen aufgrund allgemeiner Sicherheitsbedenken ablehnen. Bei ganzen 45 % \u00fcberwiegen vor allem die Zweifel aufgrund des Datenschutzes.<\/p>\n<p>Was genau machen die Digital-Payment-Dienstleister nun eigentlich mit Ihren Daten? Lassen Sie uns einen Blick in die Datenschutzbestimmungen der beliebtesten Anbieter werfen: Apple Pay, Google Payments und PayPal!<\/p>\n<h2>Bei den Datenschutzbestimmungen von Google Payments sollten Sie genau hinsehen<\/h2>\n<p>Es ist bekannt, dass Google gerne und viele Daten seiner Nutzer sammelt und nutzt \u2013 auch \u00fcbers Smartphone. Doch tut der Konzern das auch beim mobilen Bezahlen?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal die gute Nachricht: Die Nummer der verkn\u00fcpften Kreditkarte selbst wird nicht auf dem Ger\u00e4t gespeichert. Google Payments nutzt daf\u00fcr einen sogenannten \u201eToken\u201c, d.h. f\u00fcr die Transaktion wird eigens eine Nummer erstellt. Der Konzern gibt an, die Kreditkartennummer nur auf speziellen, gesch\u00fctzten Servern aufzubewahren. Doch bei anderen Daten, die w\u00e4hrend des Shoppings anfallen, h\u00e4lt sich Google Payments nicht so vornehm zur\u00fcck. Laut Datenschutzbestimmungen <a href=\"https:\/\/payments.google.com\/payments\/apis-secure\/get_legal_document?ldo=0&amp;ldt=privacynotice&amp;ldl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erfasst der Anbieter folgende Daten<\/a>:<\/p>\n<ul>\n<li>Datum, Uhrzeit und Betrag der Transaktion<\/li>\n<li>H\u00e4ndlerstandort und -beschreibung<\/li>\n<li>Die vom Verk\u00e4ufer bereitgestellte Produktbeschreibung<\/li>\n<li>Fotos, die im Rahmen der Transaktion hochgeladen wurden<\/li>\n<li>Name und E-Mail-Adresse von Verk\u00e4ufer\/Absender bzw. K\u00e4ufer\/Empf\u00e4nger<\/li>\n<li>Zahlungsmethode<\/li>\n<li>Grund der Transaktion<\/li>\n<li>das mit der Transaktion verbundene Angebot<\/li>\n<li>Von Dritten bezogene Informationen wie mit Google Payments verkn\u00fcpfte Konten<\/li>\n<li>Informationen von Mobilfunkanbietern in Verbindung mit Mobilfunkabrechnungen<\/li>\n<li>Verbraucherberichte<\/li>\n<li>Informationen \u00fcber den Verk\u00e4ufer selbst von Kreditb\u00fcros\/Wirtschaftsauskunfteien<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Google gibt Daten an Tochterunternehmen weiter<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend einige davon f\u00fcr den Zahlungsvorgang durchaus relevant sind, ist die Nutzung bei anderen eher fragw\u00fcrdig. Noch fragw\u00fcrdiger ist, dass Google Payments sich vorbeh\u00e4lt, die erhobenen Daten laut seiner Datenschutzbestimmungen auch an Googles Tochterunternehmen weiterzugeben:<\/p>\n<p><em>\u201eDie von uns erhobenen Daten, einschlie\u00dflich der von Drittanbietern eingeholten Informationen, stehen auch unseren Tochtergesellschaften zur Verf\u00fcgung, also den Unternehmen, die sich im Besitz und unter der Kontrolle von Google LLC befinden. Unsere Tochtergesellschaften, bei denen es sich sowohl um Finanz- als auch um Nicht-Finanzunternehmen handeln kann, verwenden diese Informationen f\u00fcr ihre Standardgesch\u00e4ftszwecke.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Diese Standardgesch\u00e4ftszwecke umfassen zum einen die Pr\u00fcfung Ihrer Kreditw\u00fcrdigkeit \u2013 nachvollziehbar, wenn Sie gerade etwas einkaufen m\u00f6chten. Doch sicherlich werden diese Daten auch f\u00fcr personalisierte Werbung genutzt. In den Datenschutzbestimmungen r\u00e4umt Google selbstverst\u00e4ndlich das Widerspruchsrecht ein \u2013 doch da wohl die meisten Menschen die Datenschutzbestimmungen nicht lesen, werden sicherlich ebenso wenige der Datenweitergabe widersprechen.<\/p>\n<p>Besser sieht es da beim Wettbewerber Apple Pay aus.<\/p>\n<h2>Apple Pay verspricht Nutzern mehr Datenschutz<\/h2>\n<p>\u00c4hnlich wie Google Payments wird die Nummer der mit dem \u201eWallet\u201c verkn\u00fcpften Kreditkarte nicht gespeichert. Apple geht hier in Sachen Datenschutz sogar noch einen Schritt weiter: W\u00e4hrend auf Android-Smartphones sensible Daten nur auf einem isolierten Teil des Betriebssystems gespeichert werden, stellen iPhones daf\u00fcr eine von der Festplatte abgesonderte Hardware-Komponente zur Verf\u00fcgung (\u201eSecure Element\u201c).<\/p>\n<p>Doch auch bei der Transaktion selbst verspricht Apple Pay mehr Datenschutz. Laut eigener Aussage des Konzerns werden Transaktionsdaten selbst (z.B. was gekauft wurde) nicht abgerufen. Was jedoch laut Datenschutzbestimmungen an <a href=\"https:\/\/support.apple.com\/de-de\/HT210665\">Apple<\/a> weitergeleitet wird:<\/p>\n<p><em>\u201eWenn du eine Karte zu Apple\u00a0Pay hinzuf\u00fcgst, werden unter Umst\u00e4nden kartenbezogene Informationen, Ger\u00e4testandort und Informationen \u00fcber Ger\u00e4teeinstellungen und Ger\u00e4tebenutzungsmuster an Apple gesendet, um einen berechtigten Anspruch zu \u00fcberpr\u00fcfen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Apple sagt zumindest aus, dass diese Daten nicht auf eine r\u00fcckverfolgbare Weise ausgewertet werden. Mit dem Standortzugriff k\u00f6nnte Apple Pay theoretisch herausfinden, in welchem Gesch\u00e4ft Sie gerade waren \u2013 doch Sie k\u00f6nnen der App den Standortzugriff in den Einstellungen entziehen. Apple Pay leitet dar\u00fcber hinaus eine Einsch\u00e4tzung Ihrer Vertrauensw\u00fcrdigkeit an die jeweilige Bank weiter, die sich aus Ihrer Zahlungshistorie bei iTunes ergibt. Dies ist jedoch, wie schon bei Google erw\u00e4hnt, nachvollziehbar \u2013 schlie\u00dflich will auch Apple nicht auf den Kosten Ihres Einkaufs sitzenbleiben!<\/p>\n<h2>Auch bei PayPal lohnt sich ein Blick in die Datenschutzbestimmungen<\/h2>\n<p>PayPal, der wohl bekannteste Anbieter von Digital Payment, sammelt im Zusammenhang mit der Transaktion ebenfalls einige Daten ein. In den Datenschutzbestimmungen findet sich schon relativ am Anfang folgender <a href=\"https:\/\/www.paypal.com\/de\/webapps\/mpp\/ua\/privacy-full\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abschnitt<\/a>:<\/p>\n<p><em>\u201e[\u2026] erfassen wir Informationen \u00fcber die Transaktion sowie weitere Informationen im Zusammenhang mit der Transaktion. Dazu geh\u00f6ren z.B. ein gesendeter oder angeforderter Betrag, ein Betrag f\u00fcr die Zahlung von Produkten oder Diensten, H\u00e4ndlerinformationen (einschlie\u00dflich Angaben zu verwendeten Zahlungsquellen), Ger\u00e4teinformationen, technische Nutzungsdaten und Geolokationsdaten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Au\u00dferdem beh\u00e4lt sich der Anbieter vor, verschiedene personenbezogene Daten aller Zahlungsbeteiligten (Absender und Empf\u00e4nger bzw. K\u00e4ufer und H\u00e4ndler) zu erheben. Dabei handelt es sich jedoch gr\u00f6\u00dftenteils um die f\u00fcr den erfolgreichen Zahlvorgang wichtigen Daten: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Kontonummer.<\/p>\n<p>Wenn Sie PayPal mit einem Social-Media-Account verkn\u00fcpfen, gibt der Dienstleister au\u00dferdem an, auf Ihre Kontaktlisten zuzugreifen \u2013 \u201ezur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit\u201c, wie es in den Datenschutzbestimmungen hei\u00dft. Ob es unbedingt notwendig ist, Social-Media-Accounts mit dem PayPal-Konto zu verkn\u00fcpfen, muss jeder selbst entscheiden.<\/p>\n<h3>PayPal leitet Daten nicht automatisch an Drittanbieter weiter<\/h3>\n<p>Da PayPal seinen Sitz in Luxemburg hat, d\u00fcrfen Sie sich zumindest bei einer Sache sicher sein: Das Unternehmen ist an die DSGVO gebunden. Deshalb verspricht PayPal auch:<\/p>\n<p><em>\u201eWir bewahren personenbezogene Daten in einem identifizierbaren Format nur so lange auf, wie es per Gesetz oder Vorschrift mindestens erforderlich ist oder f\u00fcr unsere gesch\u00e4ftlichen Zwecke ben\u00f6tigt wird. Wir bewahren personenbezogene Daten f\u00fcr l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume auf, als es gesetzlich erforderlich ist, wenn dies in unserem rechtm\u00e4\u00dfigen Gesch\u00e4ftsinteresse liegt und nicht gesetzlich verboten ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dennoch sollten Sie wissen: PayPal analysiert das Verhalten seiner Nutzer selbstverst\u00e4ndlich. Zumindest werden diese Daten jedoch nur an Drittanbieter weitergeleitet (um Werbung auf Interessen zuzuschneiden, ortsspezifische Angebote zu unterbreiten o.\u00e4.), sofern Sie die Einwilligung dazu geben. Aus Datenschutzsicht schon einen Schritt besser als Google Payments.<\/p>\n<h2>Wer Digital Payment nutzt, sollte sich der Risiken bewusst sein<\/h2>\n<p>Auch wenn Digital Payment laut diverser Studien sicherer vor Betrug ist als Kartenzahlung, sollten Sie sich bewusst sein: Zahlungsanbieter wie Apple Pay, Google Payments und PayPal greifen auf sensible Daten zu. Ein Blick in die Datenschutzbestimmungen sollte deshalb immer drin sein, bevor Sie sich f\u00fcr solche Anbieter entscheiden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bargeld ist in Deutschland immer noch \u00e4u\u00dferst beliebt \u2013 doch Digital Payment ist auf dem Vormarsch. 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